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07/06/2010
Vier Streicher für Chopin
Heike Eickhoff - Westfälische Nachrichten
Steinfurt - Chopin liegt ihr hörbar am Herzen, und so hatte Ewa Kupiec beide Klavierkonzerte des polnischen Komponisten in die sommerlich warme Bagno-Konzertgalerie mitgebracht. Bekanntermaßen sind die Orchestersätze eher schlicht. Kupiec wählte die Begleitung durch das Plawner Quartett. Eine gute und pragmatische Wahl, denn in der kleineren Besetzung mit Klavier und Streichquartett gewinnen die Werke ungemein - zumal wenn die Streicher wie hier technisch absolut fit und temperamentvoll loslegen.
Das e-Moll-Konzert füllte die zweite Konzerthälfte. Im Quartett erklang das markante Einstiegsthema, klangvoll nach vorn gestrichen, einprägsam. Temperamentvoll übernahm Ewa Kuipec, sang und tanzte das Konzert in
technischer Perfektion und mit viel, viel Gefühl. Dabei wurde es aber nie klebrig, blieb es immer flott und lebendig.
Kupiec verzichtete auf große Gesten oder kokette Blicke und beschränkte sich stattdessen auf sensationell gutes Klavierspiel. Kraftvoll und zugleich differenziert im Anschlag reihte sie eine gelungene Phrase an die andere. Schön gesungen folgte die Romanze, wieder vom sehr homogenen Plawner Quartett perfekt begleitet. Die folkloristischen Momente im Rondo kamen subtil hervor, wunderbar anzuhören.
Die Komponistin Grazyna Bacewicz schuf mit ihrer Violinsonate Nr. 4 ein buntes, eindrucksvolles Stück. Gemäßigt modern und ziemlich frisch wehte diese Musik durch den barocken Saal. Geiger Piotr Plawner ging mit jugendlichem Elan und makelloser Spieltechnik an seinen virtuosen Part, Kupiec folgte ebenso munter am Klavier. Da passte einfach alles, denn über jedem Takt schwebte eine dicke Portion Spielfreude und Spaß an dieser schönen Sonate.
Chopins Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll eröffnete das Konzert. Tatsächlich schrieb Chopin das zweite Konzert kurz vor dem ersten im Alter von knapp 20 Jahren. Kupiec und das Plawner Quartett begeisterten schon in den ersten Einsätzen mit ihrem vollen, aber hoch kultivierten Sound, technischer Präzision, der unbändigen Spielfreude und der Fähigkeit, sich auch - wenn nötig - ganz zurückzunehmen. Ein langes, hochinteressantes Konzert, das von einer Nocturne-Zugabe gekrönt wurde.
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